Kaum ein anderes Thema beherrscht die Blogosphäre in den letzten 48 Stunden wie der neue Werbespot der Telekom:


» Neuer Werbespot der Telekom mit Paul Potts

Über das moderne Aschenputtel-Märchen des Paul Potts habe ich berichtet (vgl. Britannien hat Talent). Ja, auch mir gingen die Geschichte und der Gesang des englischen Handyverkäufers Paul Potts zu Herzen. Die Verwurstung im Telekom-Spot stößt mir jetzt allerdings sauer auf!

„Nessun dorma!“, so der Titel der Arie, mit der sich der Tenor Paul Potts in der britischen Castingshow Britain’s Got Talent zum Erfolg singt, bedeutet übersetzt: Niemand schlafe! Und genau diese Warnung hat die Telekom jahrelang in den Wind geschlagen. Der ehemals staatliche Telekommunikations-Riese hat durch unflexible Firmenpolitik, überhöhte Preise und schlechten Service Kunden in sechs- bis siebenstelliger Anzahl verloren. Das führte immer wieder zu Entlassungen. Und zuletzt machte der Magenta-Riese auch noch Schlagzeilen mit einem Abhörskandal. Dass da in dem Spot ein MacBook oder iBook gezeigt wird, ist angesichts der Tatsache, dass die Telekom (vor allem T-Online) Macianer jahrelang wie Menschen zweiter Klasse behandelt hat, auch ein Hohn. Kritik aus den Reihen der Macianer gab und gibt es genug (vgl. Bodo Wartke an Steve Jobs).

Glaubt die Telekom allen Ernstes, sie könne Vertrauen durch eine solch emotional überhöhte Tränendrüsenmassage mit dem Slogan „Erleben, was verbindet“ am Ende zurückgewinnen? Zugegeben, der Spot, der von der Tribal DBB Hamburg stammt, ist gut gemacht. Er weiß mit den Emotionen zu spielen. Aber reicht das, um uns, die wir jahrelang unter dem Telekom-Konzern und seinen Ablegern (T-Online, T-Mobile usw.) gelitten haben, zu besänftigen?

Schauen wir in die Blogosphäre. Ein erschreckend hoher Teil zeigt nur Begeisterung über den Spot – ohne kritische Töne:

Mehr oder weniger neutral berichten:

Und schließlich doch noch ein paar kritische Töne:

Mein Fazit: Mich bekommt Ihr damit nicht, und wenn Ihr noch so viel Geld in solche Emotionssoße pumpt!

» Neuer Werbespot der Telekom mit Paul Potts