Es ist schon eine ungeschriebene Tradition geworden, dass man zu Silvester oder zu(m) Neujahr die 9. Sinfonie von Beethoven spielt. Das macht man überall, nicht nur in Deutschland. […]
Wladimir Michailowitsch Jurowski (Dirigent, *1972)

Soweit der neue Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin in seiner Einführung zum diesjährigen Silvesterkonzert des Orchesters mit dem Rundfunkchor Berlin.

Auch auf diesem Blog ist es eine (ungeschriebene?) Tradition, zu Silvester eine wie auch immer geartete Bearbeitung des Schlusschors aus dem 4. Satz eben dieser 9. Sinfonie, der „Ode an die Freude“, zu präsentieren. So auch in diesem Jahr:

Symphony No.9 (Ludwig van Beethoven) @ Japanese Robot Channel

Das Ensemble namens Mirai Capsule („mirai“ bedeutet auf Japanisch „Zukunft“) besteht aus 14 Robotern, alle mit dem Namen „Pepper“, und den beiden Japanern Tomomi Ota und Kansuke Nishida.

Japaner und ihr besonderes Verhältnis zu Robotern

Peter Glaser, Journalist und Ehrenmitglied des Chaos Computer Clubs (CCC), analysiert wie folgt:

Es ist im übrigen nicht naturgegebene Verschrobenheit, die die Japaner Roboter über Roboter – vom Blechspielzeug in den 1950er-Jahren über AIBO und Konsorten bis hin zu pneumatisch-digitalen Marilyn Monroe-Substituten bauen lässt. Die spezielle Hinneigung zu menschenähnlichen Maschinen hat eher damit zu tun, dass die japanische Höflichkeit den Umgang mit realen Menschen manchmal so kompliziert macht, dass man ein maschinelles Gegenüber schlicht als entspannende Alternative ansieht. Zumal der Shintoismus als weit verbreitete japanische Glaubensform auch Dingen, also auch Robotern einen beseelten oder göttlichen Charakter zuspricht. So baut man in Japan Roboter, die Klavier und Geige spielen, Marathons laufen und Hochzeitszeremonien abhalten […]

Brillant oder unheimlich?

Die Leser der britischen Boulevardzeitung „Daily Mirror“ können sich (im Durchschnitt) nicht wirklich entscheiden, ob sie den Roboter-Chor eher „brilliant“ oder eher „creepy“ finden sollen:

Brilliant or creepy?

Frage an meine Leser: Brillant oder eher unheimlich? Oder beides?

Wie auch immer …

Ich wünsche allen Blogleserinnen und -lesern einen glücklichen und gesunden Jahreswechsel!