Heute vor 258 Jahren wurde der Arzt Christian Friedrich Samuel Hahnemann in Meißen geboren. Er gilt als „Erfinder“ der Homöopathie. Dies ist Grund genug für diverse Homöopathenverbände, eine „Internationale Woche der Homöopathie“ vom 10. bis 16. April auszurufen. Dies wiederum ist für mich Grund genug, wieder einmal auf einige „Besonderheiten“ dieser Heilslehre hinzuweisen und weiterführende Links bereitzustellen. Für die „Wiener Skeptiker“, eine Ortsgruppe der Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP), ist dies wiederum Anlass genug für eine Neuauflage der Aktion 10:23.

Aktion 10:23

Die Aktion 10:23, auch „Aktion 10 hoch 23“ genannt, fand erstmals am 30. Januar 2010 in Großbritannien und Neuseeland statt. Der Name der Aktion ist eine Anspielung auf die in der Homöopathie üblichen, sogenannte Potentzierung. An der Wiederholung der Aktion, am 5. Februar 2011, um 10:23 Uhr nahmen bereits 70 Städte in 30 Ländern teil. Einen Rückblick auf die Aktion in Wien gibt es z. B. bei Kritisch gedacht. Die Aktion in Köln wurde damals durch den Kriminalbiologen Dr. Mark Benecke moderiert.

Mark Benecke hat die Aktion damals zusätzlich im SAT1-Frühstücksfernsehen erläutert und demonstriert:

(via gwup | die skeptiker)

Gegen Ende dieses Videos sagt Herr Benecke in seiner gewohnt flapsigen Art, mit der er komplexe Sachverhalte auf ein allgemeinverständliches Niveau herunterbricht:

So gesehen habe ich auch nix gegen alternative Heilmethoden, wenn man deswegen hingeht, um eben sich mal zuhören zu lassen, Aufmerksamkeit zu haben, sich zu entspannen, da hab ich überhaupt nix gegen, und das soll man von mir aus auch abrechnen können. Aber man soll nicht sagen, dass hier wirklich irgendwas drin wäre, weil irgend wann isses gut mit uralten Methoden, die aus ner Zeit stamm[t]en, als man halt nix Bess’res hatte, so’n Hokuspokus zu veranstalten.

Damit spricht er einerseits die nachweislichen (auf dem Placebo-Effekt beruhenden) Wirkungen, die im Rahmen einer homöopathischen Behandlung auftreten können, an und verweist gleichzeitig auf Mängel im derzeitigen Gesundheitssystem, die mit dafür verantwortlich sind, dass Heilmethoden wie die Homöopathie bei einem großen Teil der Bevölkerung so große Erfolge feiern.

Aber nicht nur die Skeptiker-Fraktion soll an Hahnemanns heutigem Ehrentag zu Wort kommen, nein, auch ein Vertreter der Fraktion, die tiefes Verständnis für die Wirkmechanismen der Heilslehre Homöopathie aufbringt: Auf Alois Hinterbrenner hatte ich bereits in meinem Artikel „So funktioniert Homöopathie“ hingewiesen. Just heute hat er ein neues Video veröffentlicht, in dem er die Lehre Samuel Hahnemann durch verstehende Durchdringung sogar erweitert:

Aus Anlass der Woche der Homöopathie stellt Hinterbrenner außerdem eine Weltneuheit vor, den Kleinen Hadronen Verschüttler – der größte Fortschritt in der Homöopathie seit Samuel Hahnemann.

Homöopath Hinterbrenner und der Kleine Hadronen-Verschüttler

Wie oben versprochen, hier noch ein paar weiterführende Links zum Thema: