Seit dem 03.07.2020 wurden hier keine neuen Publikationen eingetragen. Das liegt keineswegs daran, dass seither keine neuen Publikationen erschienen wären – im Gegenteil!

Aber das Projekt ist sehr zeitintensiv. Ich möchte diese Seite nicht nur als Linkschleuder verstanden wissen, sondern habe an mich den Anspruch, die verlinkten Publikationen auch vollständig gelesen und zumindest größtenteils verstanden zu haben. Und das braucht schlicht Zeit.

Ich würde das Projekt gerne weiterführen, da in den nächsten Wochen und Monaten sicherlich noch etliche wissenschaftliche Publikationen zum Thema erscheinen werden. Aber dazu bräuchte ich Hilfe, um das Projekt seriös fortführen zu können: Ich würde es gerne als Wiki weiterführen. Dazu suche ich Mitstreiter mit folgenden Qualifikationen:

  • Elementares Verständnis von Gesang, idealerweise Gesangs-, Kirchenmusik-, Schulmusik- oder Chorleitungsstudium oder eine vergleichbare Ausbildung.
  • Affinität zu naturwissenschaftlichem Denken.
  • Internet-Affinität mit Erfahrung in der Bedienung eines CMS, Wiki oder vergleichbarem.

Du fühlst Dich angesprochen? Dann schreibe mir entweder eine kurze Nachricht unten in die Kommentare oder schicke mir eine E-Mail an mitarbeit@aerosole.net.

Letzte Ergänzungen:

Dieser Artikel ist Work-in-Progress, soll lediglich eine Materialsammlung ohne Anspruch auf Vollständigkeit darstellen und wird ständig ergänzt.
Hinweise zu wichtigen Ergänzungen bitte in die Kommentare, danke!

Nach meiner künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Thema, wollte ich mich jetzt verstärkt der konstruktiv-wissenschaftlichen Debatte widmen. Möge diese Sammlung nützlich sein!

Material für Sänger*innen und Chöre

Aktuelle wissenschaftliche Publikationen

Eine Liste an Publikationen zum Thema mit wissenschaftlichem Anspruch, sortiert nach Erscheinungsdatum – wird laufend ergänzt.

  • 2020-07-01 Freiburger Institut für Musikermedizin, Universitätsklinikum und Hochschule für Musik Freiburg
    • Spahn, C. & Richter. B. (2020 Juli 01). Risikoeinschätzung einer Coronavirus-Infektion im Bereich Musik – drittes Update vom 01.07.2020.

      Die Risikoeinschätzung wurde am 25.04.2020 erstmals veröffentlicht. Im Update vom 06.05. flossen erste Ergebnisse einer Messung ein, die von den Bamberger Symphonikern initiiert wurde und am 05.05. bei Bläser*innen und Sänger*innen durchgeführt wurde. Seit dem 19.05. steht ein zweites, sehr umfangreiches Update (PDF, 34 Seiten) bereit. Dieses wurde nochmals ergänzt, am 01.07. veröffentlicht und umfasst nun 40 Seiten. Die Veränderungen gegenüber dem zweiten Update sind dankenswerter Weise in rot markiert.

    • Die Ergänzungen aus dem dritten Update zum Thema Singen und Chorgesang:

      Auch die in den einzelnen Bundesländern sehr uneinheitlichen Verordnungen, vor allem den Gesang betreffend – und hier insbesondere den Chorgesang –, werfen ganz neue Fragen auf. Während das Land Berlin in seiner aktuellen Corona-Verordnung (SARS-CoV-2-Infektionsschutzverordnung vom 23.06.2020), sängerische Aktivitäten von mehr als einer Person in geschlossenen Räumen komplett untersagt, hat das Land Rheinland-Pfalz nahezu zeitgleich seit dem 24.06.2020 das Chorsingen in geschlossenen Räumen unter Einhaltung strenger Hygieneregeln gestattet (10. CoBeLVO). Auch die uneinheitliche Betrachtung von sportlichen und musikalischen Aktivitäten, die sich in den Verordnungen der Länder national und international abzeichnet, gibt Anlass, die Evidenzbasierung dieser Entscheidungen zu hinterfragen.

      So lässt sich z.B. das kollektive Risiko einer Chorprobe anhand einer COVID-19 tracing-App – die seit dem 16.06.2020 online ist –, vermutlich in Zukunft besser einschätzen. Auch flächendeckende Tests, die anlassunabhängig und kostenfrei durchgeführt werden – wie es im Freistaat Bayern seit dem 1.07.2020 möglich ist –, könnten hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.

      Aktuell sind mehrere Arbeitsgruppen dabei, Aerosole beim Singen zu messen. […] Die Ergebnisse dieser Studien sind bisher noch nicht wissenschaftlich publiziert.

      Des Weiteren wird noch einmal die Effizienz der Risikoreduktion von Infektionen durch das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes (MNS) hervorgehoben. In einem persönlichen Gespräch betonte Prof. Dr. Bernhard Richter mir gegenüber, dass er dies auch beim Singen für machbar und sehr sinnvoll halte.

      Außerdem wird auf ein sehr interessantes Tool zum Expositionsrisiko bei einer bestimmten Aufenhaltsdauer in Abhängigkeit von anderen Parametern wie Personenanzahl, Raumgröße und Belüftung hingewiesen:

      Um abschätzen zu können, wie viele Personen sich wie lange in einem bestimmten Raum aufhalten können, der ein definiertes Raumvolumen und eine definierte Belüftung hat, sind von zwei unterschiedlichen Wissenschaftlern sehr interessante Berechnungs-Tools entwickelt worden (Trukenmüller, 2020; Jimenez 2020). Diese basieren auf den bisher bekannten Veröffentlichungen zur Übertragung von SARS-CoV-2 in geschlossenen Räumen sowie den vorhandenen Modellannahmen insbesondere von Buonanno et al. 2020 a / b.

      Das Tool ist als Excel- bzw. OpenOffice-Tabelle hier downloadbar: https://www.magentacloud.de/share/e7esxr9ywc#$/

    • Ein paar Zitate aus der Fassung vom 06.05.:

      Grundsätzlich muss angenommen werden, dass beim Singen ebenso wie bei der Ruheatmung oder beim Sprechen Aerosole entstehen können, die Viren übertragen können […].

      Inwiefern eine spezifisch durch das Singen veränderte Aerosolbildung und -ausbreitung durch den Singevorgang erfolgt, ist derzeit noch schwer einzuschätzen. Auch ist noch unklar, welchen Einfluss die vertiefte Einatmung beim Singen auf eine mögliche Infektion hat. Als Konsequenz aus dem vorhandenen Wissen sind aus unserer Sicht notwendige Schutzmaßnahmen vorzuschlagen.

      Und zum Thema Chorsingen:

      Da von einer Bildung von Aerosolen durch jeden und jede Sängerin ausgegangen werden muss, ist anzunehmen, dass sich bei einer Ansammlung einer größeren Anzahl von Personen virushaltige Aerosole im geschlossenen Raum in höherer Konzentration ansammeln […]. Die Belüftungsqualität spielt hier ebenfalls eine wichtige Rolle […]. Auch die Frage der Zeitdauer, also wie lange eine Chorprobe dauert, spielt für die in einem Raum zu erwartende Partikelkonzentration des Aerosols eine Rolle: in längeren Zeiträumen kann die Partikelkonzentration auf höhere Werte ansteigen als in kürzeren.

  • 2020-05-07 Universität der Bundeswehr München – Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik
    • Kähler, C. J. & Hain, R. (2020 Mai 7). Musizieren während der Pandemie – was rät die Wissenschaft?: Über Infektionsrisiken beim Chorsingen und Musizieren mit Blasinstrumenten. (PDF)

      Sehr interessanter Bericht, der auf viele Aspekte des Singens und Musizierens eingeht (u. a. auch Raumbelüftung, soziale Aspekte usw.). Die Untersuchungen basieren auf Experimenten mit Sänger*innen und Bläsern im Institut für Strömungsmechanik und Aerodynamik der Bundeswehr-Uni München. Dazu existiert auch ein Video, in dem die Experimente dargestellt werden.

      Mein Kritikpunkt daran: Die Ergebnisse stützen sich leider fast ausschließlich auf die Phonation von Vokalen. Aber im Experiment mit der Kerze, durchgeführt mit der Sängerin und Dozentin am Salzburger Mozarteum, Marion Spingler, ist bereits deutlich zu sehen, dass selbst bei der relativ zaghaften Artikulation der Sängerin, die Kerzenflamme bei einem Plosivlaut wie „T“ fast erlischt. Leider wird an dieser Stelle nicht weitergeforscht.

      Aber (Profi-)Chöre, die zusammen mit großen Orchestern auftreten (also alle Opern- und Rundfunkchöre), werden stets zu überdeutlicher Artikulation angehalten. Tröpfchensprühregen mit einer Reichweite von mehr als 2 Metern sind als Folge keine Seltenheit. Aber genau an dieser Stelle versagen die Forschungsansätze bisher allesamt. Singen ist in der Praxis eben wesentlich mehr als nur Phonation von Vokalen.

      Dass der Bericht ein Schnellschuss ohne Begleitung durch Sachverständige aus dem Bereich Phoniatrie/Stimmphysiologie ist, zeigt nicht zuletzt dieser vom Sinn her völlig verunglückte Satz (S. 3 – Hervorhebung durch mich):

      Bei hohen Tönen wurde die gleiche Luftmenge bereits in knapp 5 Sekunden bewegt, allerdings wird zur Erzeugung hoher Töne die Luft oft eingeatmet, so dass in diesem Fall die Gefahr einer Tröpfchenverbreitung sehr gering ist.

  • 2020-05-04 Charité Berlin
  • 2020-04-29 Dr. Heather R. Nelson

Interviews und sonstige Aussagen mit/von Experten

  • 2020-07-03 LMU Klinikum München & Uni-Klinikum Erlangen
    • Pressemeldungen der beteiligten Institute zu ersten Ergebnissen der Aerosol-Studie mit dem Chor des BR:
    • Prof. Dr. med. Matthias Echternach vom LMU Klinikum München und PD Dr.-Ing. Stefan Kniesburges haben mit Mitgliedern der Klangkörper des Bayerischen Rundfunks Ende Mai eine Studie durchgeführt, um Abstrahlung, Ausbreitung und Verteilung sowohl von größeren Tröpfchen als auch von Aerosolen beim Singen, Sprechen und Spielen von Blasinstrumenten im Raum zu messen. Die Datenauswertung zu den Messungen mit den Blasinstrumenten steht noch aus.

      Auch wenn die Studie mit den 10 Sängerinnen und Sängern des Chor des BR sich im Moment noch im Peer-Review-Prozess befindet, wurden mit der Presseerklärung bereits die Kernaussagen der Studie veröffentlicht

    • Zeitgleich zur Pressemitteilung wurde auf NDR Kultur ein Interview, geführt von Marcus Stäbler, mit dem medizinischen Leiter der Studie, Matthias Echternach veröffentlicht: Neue Studie zum Sicherheitsabstand beim Singen. Im Interview werden der Versuchsaufbau detailliert erläutert und die Ergebnisse kommentiert und bewertet.
    • Zwei Zitate aus dem Interview:

      Wenn wir jetzt über Abstandsregeln nachdenken, können wir sagen: zwei bis zweieinhalb Meter nach vorne sollte sehr wahrscheinlich ausreichend sein, zur Seite sollten eineinhalb Meter reichen – sofern die Aerosole immer wieder entfernt werden! Und dieses Entfernen ist an der frischen Luft kein Problem. Aber in geschlossenen Raum könnte es zum Problem werden. Wenn man eine kontinuierliche Durchlüftung hinbekäme, dann könnte man sich wahrscheinlich an den normalen Probenzeiten orientieren. Wenn man das nicht gewährleisten kann, muss ich regelmäßig eine Stoßlüftung hinbekommen, am besten nach zehn Minuten.

      Ich glaube tatsächlich, dass wir bald guten Gewissens wieder singen können, glaube aber gleichwohl, dass wir mehr auf Abstände, Durchlüftung, vielleicht Singen mit Schutzmaßnahmen zurückgreifen müssen, das wird vielleicht die nächste Wahrheit werden. Aber ich glaube auch, dass wir dieses Kulturgut wieder fördern müssen. Singen ist eine für die Menschen wichtige Tätigkeit, die uns beflügeln kann.

  • 2020-06-04 Prof. Dr. Martin Kriegel, Leiter des Hermann-Rietschel-Instituts, TU Berlin
    • Ein Videobericht auf SPIEGEL.de über Forschungen am Hermann-Rietschel-Instituts an der TU Berlin zum Thema Aerosole.

      Der Leiter des Instituts, Prof. Dr. Martin Kriegel, führt aus (Timecode 2:14):

      Das Singen, das war ganz erstaunlich, dass beim Singen deutlich, deutlich mehr Partikel abgegeben werden als beim normalen Sprechen. Also wir haben gesehen, dass wir einen Faktor 50, also 50 mal mehr solche Partikel, Aerosole, abgeben in die Raumluft als beim normalen Sprechen.

    • Dieses Ergebnis ist sehr erstaunlich, widerspricht es doch deutlich anderen Messungen der letzten Zeit in Bezug auf Unterschiede in der Aerosolproduktion zwischen Sprechen und Singen. Leider ist bisher nichts über die Hintergründe der Messung zu erfahren. Versuchsaufbau, Messmethoden, getestete Personen usw. bleiben bisher undokumentiert.
  • 2020-05-27 Univ.Prof. Dr. med. Fritz Sterz, Medizinische Universität Wien
    • Untersuchung und fotografische Dokumentation von Aerosol- und Kondenswasseremission bei Chor Mitgliedern (PDF)
    • Eine am 25. Mai durchgeführte Untersuchung mit zwei Amateur- und zwei semiprofessionellen Chorsänger*innen auf Ersuchen des Chorverband Österreich.

      Das Ziel der Untersuchung […] war es, die Bildung und die Verbreitung von Aerosol und Kondenswasser (Hauch, Nebel) durch ChorsängerInnen beim Singen ohne Maske, mit Mund-NaseSchutz-Maske und mit Gesichts-Sicht-Schutz („Face Shield“) zu untersuchen und zu dokumentieren. Dabei wurden sowohl semiprofessionelle ChorsängerInnen als auch ChorsängerInnen aus dem Amateurbereich untersucht. Das Hauptaugenmerk dieser Untersuchung lag darin, fotographisch den Verlauf der Luftströme beim Singen so gut wie möglich abzubilden.Den SängerInnen wurde ein Gemisch aus Sauerstoff und zerstäubter 0,9-prozentiger Kochsalzlösung durch Einführung von Tuben in die Nasenöffnungen verabreicht: In einem schwarz ausgekleideten Raum befanden sich hinter dem jeweiligen Sänger links und rechts besonders starke Scheinwerfer, um das Ausströmen der Aerosole sichtbar zu machen. Das jeweilige Chormitglied wurde zwischen zwei schwarzen Wänden, die in einem Abstand von rund 162 Zentimetern aufgestellt waren, positioniert. Die Kamera befand sich etwa 4 Meter von den ChorsängerInnen entfernt. Dieses Setting entsprach der Anordnung beim Experiment mit den Wiener Philharmonikern.

    • Die bei der Untersuchung entstandenen Fotos sind ästhetisch sehr ansprechend (wie bereits bei der Untersuchung mit den Wiener Philharmonikern. Der kleine Haken bei der Untersuchung wird allerdings auch nicht verschwiegen:

      Die fotographische Darstellung von ausgeatmeten Aerosolen beim Singen ist gelungen und beeindruckend. Die Bilder geben eine sehr schöne Darstellung des ungefähren Verhaltens von Luftströmen wieder, wenn auch die exakte wissenschaftlich Vermessung fehlt und vor allem dadurch der Nachweis der Übertragung von Keimen nicht gegeben ist.

    • » Pressemitteilung des Chorverband Österreich
  • 2020-05-09 ​Prof. Dr. Michael Fuchs, Leiter der Abteilung Phoniatrie und Audiologie an der Uniklinik Leipzig

Publikationen zum Thema Sprechen und Aerosole

Positionen von Berufs- und Interessensverbänden

  • 2020-05-14 Deutsche Gesellschaft für Musikphysiologie und Musikermedizin (DGfMM)
  • 2020-05-12 Verband Deutscher Betriebs- und Werksärzte e. V. (VDBW)
    • Grundsatzerklärung zur Wiederaufnahme des Konzert- und Theaterbetriebs – Position der Arbeitsgruppe Bühne und Orchester

      Der VDBG drängt in seiner Position auf Berücksichtigung der Vorgaben der gesetzlichen Unfallversicherungsträger und der Aufsichtsbehörden einerseits und die Kompetenz und Zuständigkeit der Arbeitsmediziner andererseits.

      Vor einem übereilten Voranschreiten wird von Seiten der Arbeitsmediziner und Betriebsärzte im Hinblick auf die derzeit und auf weiteres noch sehr unübersichtliche Gefährdungssituation gewarnt.

      Außerdem ruft der VDBW den Deutschen Bühnenverein auf, in Abstimmung mit den Künstlergewerkschaften (GdBD, VdO, DOV) zu einem gemeinsamen Stufenplan für die Wiederaufnahme des Proben- und Spielbetriebs unter Berücksichtigung des Gesundheitsschutzes zu kommen.

  • 2020-04-30 Deutsche Orchestervereinigung e. V. (DOV)
  • Bundesverband Deutscher Gesangspädagogen (BDG)
    • Der BDG listet auf seiner Homepage lediglich Links zu „Stellungnahmen zur Risikoabschätzung durch externe Institutionen“ auf. Ansonsten konstatiert er:

      Abgesicherte, allgemeingültige Unterrichtsempfehlungen kann der BDG aus pädagogischer, berufsrechtlicher und medizinischer Sicht derzeit nicht aussprechen, da noch keine wissenschaftlich untermauerten Erkenntnisse zur Übertragung des Corona-Virus bei Sängerinnen und Sängern existieren, aus denen das konkrete Risiko einer Infektionsausbreitung im Rahmen des (Einzel-)Gesangsunterrichts abgeleitet werden kann.

Kuriosa

Material für Instrumentalisten und Orchester

Nachfolgend noch eine Sammlung von Publikationen, die nicht direkt Singen zum Gegenstand haben, im beruflichen Umfeld jedoch auch für wichtig zu erachten sind.

Wissenschaftliche Grundlagen

Nachfolgend eine Auflistung wichtiger wissenschaftlicher Begriffe und Grundlagen, deren Kenntnis in der Diskussion von entscheidender Bedeutung ist.

„Bernoulli-Effekt“

Die Bernoulli-Gleichung, auch als Gesetz von Bernoulli oder vor allem unter Sängern auch als Bernoulli-Effekt bekannt, spielt eine wichtige Rolle beim Singen und jetzt aktuell auch in der Diskussion um Aerosol-Ausstoß beim Singen. Das Gesetz ist der Energieerhaltungssatz für reibungsfreie Strömungen und besagt (vereinfacht):

Die Summe aus dem statischen Druck, dem Schweredruck und dem Staudruck ist für eine reibungsfreie Strömung konstant.

Daraus ergibt sich fürs Singen vor allem eine Konsequenz für den Stimmschluss der Stimmritze. Bei der Betrachtung des Aerosol-Ausstoßes ergeben sich z. B. Konsequenzen aus der Größe der Mundöffnung in Zusammenhang mit dem Stimmschluss bei der jeweiligen Phonation, aber auch in der Betrachtung von Atemdruck und Erzeugung von Konsonanten, insbesondere bei Frikativen und Plosiven.

Die Konsequenz aus dem Bernoulli-Effekt für das Singen, insbesondere die Phonation und die sich daraus ergebenden Konsequenzen für die Gesangstechnik ist in der Stimmphysiologie schon länger bekannt und wird von etlichen Gesangspädagogen in ihre Arbeit einbezogen. Sehr anschaulich vermittelt das z. B. der Tenor und Gesangspädagoge Hans-Josef Kasper in seinem Buch „Singen und Flugzeuge: Stimmhygiene und Stimmregeneration mit dem Bernoulli-Effekt“ . Eine Leseprobe (PDF) ist auf seiner Website downloadbar, in der die physikalischen Grundlagen und die Konsequenzen für den Gesang daraus auch für Nicht-Physiker verständlich beschrieben werden.

Andere Sammlungen

Nachfolgend eine Auflistung anderer Sammlungen an Material und Informationen zum Thema.

  • VirMus
    • VirMus, ein Projekt des Rotterdam Philharmonisch Orkest und der TU Delft.
    • „This website offers: science-based information on what it is known and what is unknown about the risks of spreading the virus’ called SARS-CoV-2, or simply coronavirus, in music making situations.“

      Question marks

      In several videos now appearing on the web, it can be observed that the speed at which air flows out of a number of wind instruments (trumpet, oboe, clarinet) is not high. The videos are intended to show that also for wind instruments 1.5 m, or slightly more, is a large enough distance to prevent infection. But whether this conclusion is correct depends on more factors. In playing these instruments, the pressure in the mouth is higher than in speaking, which could cause more small droplets (and therefore an aerosol). Even though the air velocity is small, the resulting aerosol is spread by the air movements in a rehearsal room or concert hall. These films do not provide definite answers on this subject. For a conclusion about a safe distance, all aspects of the transfer should be considered in conjunction.

      VirMus is collecting research findings to make the story more complete.

    • Geplant bzw. angekündigt sind außerdem eigene Forschungen der TU Delft und des RPhO.