Musik

Vor etwa drei Stunden ging die Eröffnungspremiere der Bayreuther Festspiele 2013 mit der Wiederaufnahme des “Fliegenden Holländers” in der Inszenierung von Jan Philipp Gloger, unter der Leitung von Christian Thielemann zu Ende. Während ich diese Zeilen schreibe, dudelt aus dem Fernseher im Nebenzimmer die zeitversetzte Übertragung in der ARD. Die Inszenierung war vor ihrer Premiere 2012 wegen Tätowierungen des vorgesehen Titelhelden, des Bassbaritons Evgeny Nikitin, mit nationalsozialistischen Symbolen in die Schlagzeilen gekommen. Über die Inszenierung selbst las man hinterher dann aber eher Begriffe wie “brav” oder gar “Rumstehtheater”.

Wie bereits 2004, 2007 und 2011 hatte ich dank meines Freundes Rainer die Gelegenheit, mir im Festspielhaus vorab drei Generalproben anzusehen und anzuhören: Eben diese Inszenierung des “Fliegenden Holländers” und zwei Opern aus der Neuinszenierung des Rings durch Frank Castorf: Das Rheingold und Siegfried.

Abermals war auf den Generalprobenkarten zu lesen:

Eine öffentliche Kritik der besuchten Generalprobe ist grundsätzlich untersagt.

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Passend zum Michael-Jackson-Gedenktag vorgestern möchte ich heute einen Multitrack-Video-Künstler vorstellen, der zwei seiner bisher drei veröffentlichten Videos Titeln des verstorbenen King of Pop widmet: Inhyeok Yeo. Die beiden Tribute an Michael Jackson des in Korea geborenen und derzeit in Japan lebenden Künstlers zeichnen sich vor allem durch zwei Merkmale aus:

  1. Die Arrangements sind sehr ausgefeilt und erweitern die Harmonik der zugrundeliegenden Titel zwar subtil, aber dennoch deutlich in Richtung mehr Komplexität.
  2. Die Titel werden durchgehend a cappella vorgetragen, und das auch noch von Inhyeok Yeo ganz alleine. Außer seiner Stimme und den Geräuschen, die er mit seinem Mund und seinem Atem hervorbringt, erklingt nichts in seinen Videos. Und dies auf hochvirtuosem Niveau!

Doch seht und hört selbst: » Weiterlesen

Heute vor vier Jahren wurde in Los Angeles, um 14:23 Uhr Ortszeit (23:26 Uhr MESZ) der King of Pop, Michael Jackson, für tot erklärt. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie sich die Nachricht über MJs Tod in dieser Nacht in Windeseile via Twitter und andere Kanäle verbreitet hat. Heute, vier Jahre später, reißen die Spekulationen um seinen Tod und dessen Ursachen nicht ab. Den Titel “King of Pop” behält er aber immer noch unangefochten, und das wird wohl noch einige Zeit der Fall sein.

Ein Grund für diesen Titel ist sein unnachahmlicher Gesangsstil. Dieser ist sehr gut zu hören in folgendem sog. “Isolated Track”, einer Tonspur, die im vorliegenden Fall nur einen durchgehenden Beat und darüber Michael Jacksons Stimme enthält: » Weiterlesen

Es ist mal wieder Donnerstag. Außerdem habe ich länger hier nichts gebloggt, was dazu geführt hat, dass ich inzwischen bei den Ironbloggern Berlin mit insgesamt 25 € in der Kreide stehe. Um zu verhindern, dass ich dort (vorerst) ganz rausfliege, nutze ich die Gelegenheit und widme mich einem sehr interessanten Thema in Zusammenhang mit Multitrack-Videos: Kollaborationen (collaborations).

Ein gutes Beispiel für eine solche Kollaboration ist die Gruppe Accent. Hervorstechendstes Merkmal dieser A-cappella-Formation ist, dass die 6 Mitglieder aus 5 Nationen stammen: » Weiterlesen

Nachdem ich in der letzten Woche in der Serie “Donnerstag = Multitrack-Video-Tag” bereits ein Video, das maßgeblich durch das wunscherschöne Instrument Kazoo bestritten wird, vorgestellt habe, widme ich den heutigen Beitrag nun einem Künster, der einen großen Teil seines Schaffens mit diesem herrlichen Instrument gestaltet: Mister Tim. Dieser vielseitig begabte und tätige Musiker schreibt auf seiner Website:

“The world’s most elegant instrument.”
–no one ever said this, ever

Mister Tim has found fame (and enlightenment) as a practitioner of the kazoo. His wildly popular YouTube kazoo videos have been seen (and imitated) around the world.

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Heute ist Donnerstag, und gestern hatte ich die Gelegenheit, mir die Generalprobe für Mozarts Zauberflöte bei den diesjährigen Osterfestspielen in Baden-Baden anzusehen. Dazu müchte ich mich in diesem Rahmen hier – aus diversen Gründen – nicht äußern. Nach der Veranstaltung war intern noch Zeit, Inszenierung und sängerische sowie musikalische Leistungen bei einem Bier nachzubesprechen. Mein Faible für Musik, die auf Bierflaschen gespielt wird, sollte regelmäßigen Bloglesern ja inzwischen bekannt sein. Und daher gibt es heute in der Serie “Donnerstag = Multitrack-Video-Tag” ein Splitscreen-Video, in dem Mozarts Ouvertüre zur Zauberflöte auf Bierflaschen gespielt wird.

Der Künstler, der für dieses Video verantwortlich zeichnet, ist auf dem Multitrack-Video-Sektor alles andere als ein unbeschriebenes Blatt: Joe Penna alias MysteryGuitarMan hat auf seinem YouTube-Channel mittlerweile mehr als 2 Millionen Abonnenten. Warum das so ist, kann man am besten nachvollziehen, wenn man sich ein paar seiner Videos zu Gemüte führt: » Weiterlesen

Ich würde mich selbst ja als Nerd bezeichnen. Trotzdem habe ich eine sehr kleine, fast nicht vorhandene Affinität zu Video-, Konsolen- bzw. Computerspielen. Daher kenne ich das Action-Adventure “The Legend of Zelda” auch nur über seine Musik. Und um die geht es heute auch in der heutigen Ausgabe meiner Serie Donnerstag = Multitrack-Video-Tag.

Ein YouTube-User namens Sp0ntanius, über den ich leider ansonsten keine näheren Informationen recherchieren konnte, hat sich zweier Songs aus dem Action-Adventure angenommen: “Song of Healing”, gespielt auf Weingläsern, und “Saria’s Song”, gespielt auf Bieflaschen, beide sehr kunstvoll als Multitrack- bzw. Splitscreen-Videos ausgeführt: » Weiterlesen

Es ist eigentlich schon lange kein Geheimnis mehr, dass Musikgenuss neurobiologisch gesehen wie Drogenkonsum wirkt. Ähnlich wie beim Konsum von Drogen wie Opiaten, Kokain und Amphetaminen wird beim Genuss von Musik der Neurotransmitter Dopamin, im Volksmund auch als “Glückshormon” bezeichnet, ausgeschüttet. Ein zentrale Rolle spielt dabei der Nucleus accumbens, gewissermaßen der Sitz des körpereigenen Belohnungssystems. Eine erhöhte Dopaminkonzentration bewirkt u. a., dass der Anteil der Sinneseindrücke, die ins Bewusstsein dringen, erhöht wird; es kommt zu einer Euphorisierung, im Extremfall sogar zu einem Nervenzusammenbruch. Ein Absinken des Dopaminspiegels bewirkt das Gegenteil, es kommt zu einem Katergefühl bis hin zur Depression. Dieser Effekt ist Teil der Erklärung, wie es zu einem Suchtverhalten kommen kann.

Dies war jetzt alles sehr theoretisch. Wer es visuell anschaulicher liebt, der wird seine Freude an folgendem, knapp 2-minütigem Filmchen von AsapSCIENCE haben, das den Zusammenhang zwischen Musikwahrnehmung und Dopamin leicht verständlich aufbereitet: » Weiterlesen

Nach etlichen zumindest teilweise vokalen Multitrack-Videos in letzter Zeit ist es am heutigen Donnerstag wieder Zeit für ein instrumentales Video dieser Gattung. Eingedenk der Tatsache, dass mein Großvater, der Gitarrist Anton Stingl sen., morgen 105 Jahre alt geworden wäre, ist auch ein Gitarren-Video angebracht. Und da ist mir diese Woche ein sehr schönes Exemplar über den Weg gelaufen: Joe Gore, Gitarrist und Multitalent aus San Fransisco hat sich dem 4. Satz “Allegretto pizzicato” aus Béla Bartóks 4. Streichquartett angenommen und ein Arrangement für vier E-Gitarren angefertigt (auf seinem Blog tonefiend.com kann man ein PDF des Arrangements herunterladen). » Weiterlesen

Vor knapp drei Wochen habe ich über ein Multitrack-Video der Gruppe Cluster berichtet. Vorgestern nun haben sie ein neues Opus veröffentlicht: Die dritte Folge ihrer Serie “CLUSTER COMPLETES THE YOUTUBE HITS”. Getreu der Methode “We find videos of people singing on YouTube and we sing along” hat die fünfköpfige italienische A-cappella-Gruppe sich diesmal ein Video der YouTube-Userin ijeariel als Ausgangsmaterial erwählt. Ijeariel schreibt:

ha i was bored and wanted to test out my new webcam

Für diesen Test aus Langeweile hat sie sich den Titel “Barbie Girl” der dänisch-norwegischen Eurodance-Formation Aqua aus dem Jahr 1997 ausgesucht. » Weiterlesen