Vor etwa drei Stunden ging die Eröffnungspremiere der Bayreuther Festspiele 2013 mit der Wiederaufnahme des “Fliegenden Holländers” in der Inszenierung von Jan Philipp Gloger, unter der Leitung von Christian Thielemann zu Ende. Während ich diese Zeilen schreibe, dudelt aus dem Fernseher im Nebenzimmer die zeitversetzte Übertragung in der ARD. Die Inszenierung war vor ihrer Premiere 2012 wegen Tätowierungen des vorgesehen Titelhelden, des Bassbaritons Evgeny Nikitin, mit nationalsozialistischen Symbolen in die Schlagzeilen gekommen. Über die Inszenierung selbst las man hinterher dann aber eher Begriffe wie “brav” oder gar “Rumstehtheater”.

Wie bereits 2004, 2007 und 2011 hatte ich dank meines Freundes Rainer die Gelegenheit, mir im Festspielhaus vorab drei Generalproben anzusehen und anzuhören: Eben diese Inszenierung des “Fliegenden Holländers” und zwei Opern aus der Neuinszenierung des Rings durch Frank Castorf: Das Rheingold und Siegfried.

Abermals war auf den Generalprobenkarten zu lesen:

Eine öffentliche Kritik der besuchten Generalprobe ist grundsätzlich untersagt.

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Aus aktuellem Anlass – von Friedrich Wilhelm Nietzsche (Brief an Malwida von Meysenbug gegen Ende Februar 1873. Sämtliche Briefe. Kritische Studienausgabe. Band 4. Nr. 297 S. 126):

Ich denke immer noch, irgendwann einmal sitzen wir alle in Bayreuth zusammen und begreifen gar nicht mehr, wie man es anderswo aushalten konnte.

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… beginnt heute für mein Blog. Heute genau vor 6 Jahren habe ich meinen ersten Artikel in diesem Blog veröffentlicht. Und ja, ich habe es seither – mit kurzen Unterbrechungen – durchgehalten regelmäßig zu bloggen. Urlaubsbedingt kann und will ich heute keine Statistiken hier veröffentlichen. Lediglich auf ein paar wenige Themen möchte ich ein paar Schlaglichter setzen:

  • Ich bin sehr froh, dass ich letzten Oktober endlich das längst überfällige Redesign veröffentlichen konnte. Was noch dringend fehlt, ist eine Anpassung für mobile Geräte, aber das schaffe ich vielleicht auch noch im nächsten Blogjahr.
  • Der “virtuelle Arschtritt” durch die Iron Blogger Berlin, denen ich seit Beginn des Jahres angehöre, tut mir anscheinend gut. Auch wenn es bereits fünf Kalenderwochen gab, in denen ich nicht gebloggt habe, hat sich dadurch dennoch meine Postingfrequenz deutlich stabilisiert.
  • Zufrieden bin ich darüber, dass meine Serie Donnerstag = Multitrack-Video-Tag bereits die 29. Folge erreicht hat. Und ebenso freut es mich, dass ich Material und Ideen für viele weitere Folgen davon habe.

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Sommerzeit – Urlaubszeit – Zeit, in der Menschen vermehrt auch aus privaten Gründen, nämlich um ans Urlaubsziel zu gelangen, ins Flugzeug steigen. Und dort fällt auf, dass ein erheblicher Teil der Fluggäste beim kostenlosen Bordservice nach einem Tomatensaft verlangt. Tomatensaft? Wer würde denn in einem Restaurant, Café oder einer Kneipe so etwas als Getränk verlangen? Oder wie es Martin Puntigam von den Science Busters (vgl. Oktoberfest-Wissenschaft) ausdrückt:

Tomatensaft – der schmeckt und riecht ja auf der Erde oft wie eine länger nicht gelüftete Sporttasche. Im Flieger finden viele Menschen ihn aber auf einmal köstlich.

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Feedly is over capacity!

‘feedly is over capacity’ – Warnhinweis beim iPad-Client

… versuche ich nun, ohne den Google Reader klarzukommen. Wir erinnern uns: Am 13. März dieses Jahres hat Google angekündigt, den Betrieb ihres RSS-Reader-Dienstes einstellen zu wollen. Diesen Schritt mag man als leichtsinnig bezeichnen – Fakt ist, er wurde am vergangenen Montag vollzogen. Frühzeitig war klar, dass man sich nach Alternativen umsehen müsse. Noch im März hatte ich drei davon ins Auge gefasst): Feedly, Fever und The Old Reader.

Aus Zeitmangel habe ich von der selbstgehosteten Lösung Fever (vgl. admartinator.de) wieder Abstand genommen. Stattdessen habe ich noch den erst kurz vor knapp auf dem Markt erschienenen Reader des Social-Bookmarkas-Anbieters Digg (vgl. Caschys Blog) mit in die Auswahl genommen. » Weiterlesen

Passend zum Michael-Jackson-Gedenktag vorgestern möchte ich heute einen Multitrack-Video-Künstler vorstellen, der zwei seiner bisher drei veröffentlichten Videos Titeln des verstorbenen King of Pop widmet: Inhyeok Yeo. Die beiden Tribute an Michael Jackson des in Korea geborenen und derzeit in Japan lebenden Künstlers zeichnen sich vor allem durch zwei Merkmale aus:

  1. Die Arrangements sind sehr ausgefeilt und erweitern die Harmonik der zugrundeliegenden Titel zwar subtil, aber dennoch deutlich in Richtung mehr Komplexität.
  2. Die Titel werden durchgehend a cappella vorgetragen, und das auch noch von Inhyeok Yeo ganz alleine. Außer seiner Stimme und den Geräuschen, die er mit seinem Mund und seinem Atem hervorbringt, erklingt nichts in seinen Videos. Und dies auf hochvirtuosem Niveau!

Doch seht und hört selbst: » Weiterlesen

Heute vor vier Jahren wurde in Los Angeles, um 14:23 Uhr Ortszeit (23:26 Uhr MESZ) der King of Pop, Michael Jackson, für tot erklärt. Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie sich die Nachricht über MJs Tod in dieser Nacht in Windeseile via Twitter und andere Kanäle verbreitet hat. Heute, vier Jahre später, reißen die Spekulationen um seinen Tod und dessen Ursachen nicht ab. Den Titel “King of Pop” behält er aber immer noch unangefochten, und das wird wohl noch einige Zeit der Fall sein.

Ein Grund für diesen Titel ist sein unnachahmlicher Gesangsstil. Dieser ist sehr gut zu hören in folgendem sog. “Isolated Track”, einer Tonspur, die im vorliegenden Fall nur einen durchgehenden Beat und darüber Michael Jacksons Stimme enthält: » Weiterlesen

Ich kenne sie unter dem Begriff Pfannkuchen, sie sind aber auch unter den Begriffen Eierkuchen, Eierpfannkuchen, Eierpuffer, Omelett oder Palatschinken bekannt. Sie sind beliebt bei jung und alt und relativ leicht zuzubereiten. Die Schwierigkeit dabei ist eigentlich lediglich das Wenden dieser Eierspeise in der Pfanne. Aber auch hier kann man sich verschiedene Schwierigkeitsgrade auferlegen. Einer, der es hierbei zu hoher Perfektion gebracht hat, ist der Comedian und Jongleur Scot Nery. Der in Los Angeles, Kalifornien lebende Nery hat sein Können mit 2500 fps in einem beeindruckenden Video festgehalten: » Weiterlesen

In letzter Zeit sind mir in der Blogosphäre zwei Diskussionen besonders aufgefallen.

Es ist geil, ein Arschloch zu sein?

Zu der ersten möchte ich inhaltlich nichts sagen, sie aber dennoch hier erwähnen, weil man anhand ihrer sehr deutlich einige Merkmale einer Dikussionskultur im Internet nachvollziehen kann. Robert Basic brachte den Stein ins Rollen mit seinem Artikel “Die Schönheit des Bloggens: Zeige Deine miesen Seiten”. Ein zentraler Befriff darin, an dem sich die weitere Diskussion entzündete und in dem sie sich (verkürzt ausgedrückt) fokussiert hat, ist der Begriff Arschloch und seine mannigfaltigen Deutungsmöglichkeiten und mögliche Konsequenzen aus der Identifizierung damit. Ohne weiter darauf eingehen zu wollen, seien hier einige Reaktionen darauf in einigermaßen chronologischer Reihenfolge aufgezählt: Felix Schwenzel, Wolfgang Lünenbürger-Reidenbach, Jens Stoewhase, Kiki Thaerigen (ihr Artikel nebst
Kommentarstrang ist inzwischen anscheinend unwiederbringlich verloren gegangen), Thomas Gigold, Johnny Haeusler, nochmals Robert Basic, Anne Schüßler, Weltherrscher, Georg Rosenbaum, Jog, Feylamia und Das Nuf. » Weiterlesen

Hand aufs Herz: Wer befand sich nicht schon einmal in der emotionalen Lage, seinen Computer brutalst möglich zerstören zu wollen? Diese Geräte, die uns das Leben erleichtern sollen (und dies zugegebenermaßen ja auch oft tun), machen uns unser Leben allerdings zeitweise auch zur Hölle. Für all diejenigen, welche die Konsequenzen eines emotional befreienden Zerstörungsaktes scheuen, haben die Slow Mo Guys (ich habe über sie im Zusammenhang mit Wassermelonen berichtet) im Rahmen ihrer (bereits im November 2011 stattgefundenen) Sledgehammer Week zwei Videos produziert, die sich optisch intensiv mit Vorgang und Folgen einer solchen Zerstörungsaktion auseinandersetzen. Paritätisch kommen sowohl Anhänger der PC- als auch der Mac-Fraktion auf ihre Kosten. Mit 2500fps gefilmt kann man den Akt der Zerstörung so richtig auskosten: » Weiterlesen